DAS PROJEKT

 

01 Das-Projekt

Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Köln, Jürgen Roters und unter Beteiligung der Universität zu Köln, des 1. FC Köln, der Elly-Heuss-Knapp Realschule und einer Vielzahl von Kölnerinnen und Kölnern

 

Eine Stadt steht still. Menschen erheben sich, schweigen. Der Unterricht in Schulen und Universitäten wird unterbrochen, Geschäfte schließen für einen Augenblick, in der Fabrik stehen die Bänder.

 

Inspiriert vom israelischen Gedenktag Jom haSho’a, dem Feiertag zum Gedenken der Opfer und Widerstandskämpfer des Holocaust, ruft Yael Bartana zur symbolischen Unterbrechung des Alltags im öffentlichen Raum der Stadt Köln auf. “Zwei Minuten Stillstand” ist ein politischer Akt, eine soziale Skulptur und eine kollektive Performance.

 

“Zwei Minuten Stillstand” fordert uns dazu auf, die Gegenwart, die Geschichte und unsere gemeinsame Zukunft zu reflektieren. Das Kunstprojekt stellt zur Debatte, wie die Folgen des Holocaust ebenso wie seine Instrumentalisierung die Frage beeinflussen, was es heißt deutsch zu sein oder als Einwanderer in Deutschland zu leben.

 

Es gibt eine Tendenz, das “Dritte Reich” und den Holocaust als rein historische Ereignisse zu behandeln, dabei sollten sie vielmehr als Anfang einer langfristigen globalen Kettenreaktion gesehen werden, die bis in unsere Gegenwart hinein reicht. Die Konsequenzen reichen von der Gründung des Staates Israel (durch Beschluss der Vereinten Nationen) über die palästinensische Nakba in 1948, Flucht und Vertreibung in Europa und im Nahen Osten bis hin zu den NSU-Morden (deren Täter sich klar und eindeutig in der Tradition des Nationalsozialismus begreifen und deren Verbrechen das Ziel haben, alles “Fremde” aus der deutschen Gesellschaft zu verbannen).

 

Diese Geschichte ist geschrieben, aber die Zukunft hängt von unserem Handeln ab.

 

“Zwei Minuten Stillstand” ist nicht nur Gedenken und Performance, sondern auch und vor allem eine Aufforderung, die Gegenwart zu verändern. Ein Angebot für eine breite Debatte in Köln und darüber hinaus, wie aktives Erinnern heute und zukünftig aussehen sollte.

 

 Eine Auftragsarbeit der Impulse Theater Biennale 2013, gefördert durch die Akademie der Künste der Welt, Köln.

 

Freitag, 28. Juni
11 Uhr
Ganz Köln (Zentrale Veranstaltungen auf dem Roncalliplatz und in der Keupstraße, Köln-Mülheim)

 

 

Freitag, 28. Juni
18 Uhr 
Hörsaalgebäude der Universität zu Köln, Hörsaal A2 (Universitätsstraße 35 / 50931 Köln):

 

Zwei Minuten Stillstand – Die Diskussion
 
Yael Bartana lädt uns ein, gemeinsam innezuhalten und die Vergangenheit zu vergegenwärtigen. Welchen Effekt hat ein kollektiver Stillstand für die Praktiken des Gedenkens? Welche Aktualität haben die Konsequenzen des Nationalsozialismus und welche Konsequenzen hat der Holocaust bis heute? Es diskutieren: Astrid Deuber-Mankowski (Philosophin und Prof. für Medienwissenschaften an der RU Bochum), Mark Terkessidis (Psychologe, Autor zahlreicher Bücher über Rassismus und Migration, Journalist), Karola Fings (Historikerin, stellvertr. Direktorin am NS-DOK in Köln), Daniel Hoffmann (Prof. Für Literaturwissenschaft Univ. Düsseldorf), Yael Bartana (Künstlerin), Stefanie Wenner (Kuratorin Impulse Theater Biennale 2013). Moderation Elif Senel (Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Moderatorin bei Phoenix, Funkhaus Europa u.a.)

 

 

 

 

 

 

YAEL BARTANA ÜBER “ZWEI MINUTEN STILLSTAND”:

“Wir müssen alternative Momente des Gedenkens schaffen”

“Zwei Minuten Stillstand” will das Leben in Köln für zwei Minuten unterbrechen. Welche Idee steht hinter dieser kollektiven Performance?
Ich habe darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, das Ritual des Jom haScho’a – dem israelischen Gedenktag für die Opfer und Helden des Holocaust – an Deutschland auszuleihen. Jedes Jahr an diesem Tag tönen die Sirenen auf den öffentlichen Plätzen überall in Israel und das ganze Land hält inne und schweigt für zwei Minuten.Seit vielen Jahren untersuche ich in meiner Arbeit staatliche und soziale Rituale, um besser zu verstehen, wie sie eine nationale Identität formen. Meine erste Arbeit zu diesem Thema war Trembling Time (2001), ein Video über den Jom haZikaron, den israelischen Soldaten-Gedenktag, der im Prinzip genauso funktioniert wie der Jom haScho’a. Diese Rituale sind nationale Zeremonien, die im Gesetz verankert sind. Mit Trembling Time habe ich versucht zu einer distanzierteren und gleichzeitig persönlicheren Interpretation dieses sehr emotional aufgeladenen Rituals zu kommen. Was bedeutet es für jeden einzelnen – was bedeutet es für mich als Bürger des Staates Israel – mit solchen kollektiven Ritualen aufzuwachsen? Wie kann man in solchen Situationen individuell und selbst-verantwortlich bleiben?
Sind dann kollektive Erinnerungen überhaupt sinnvoll? Oder ist das etwas, das man eigentlich nur alleine und individuell begehen kann?
Nun, der Zweck davon ist, eine nationale Erzählung zu schaffen, eine staatliche Identität – das gibt es ja nicht nur in Israel. Ich bin nicht dagegen, aber ich möchte das hinterfragen und analysieren.
Die Regularien, wie man zu gedenken hat, sind inzwischen sehr klar definiert, es gibt nur einen schmalen, etablierten Pfad, auf dem man sich bewegen kann. Das bedeutet auch, dass das Gedenken eine vorformulierte Routine wird – anstatt erlebt und gelebt zu werden.
Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland alternative Momente des Gedenkens schaffen muss, die auch Neuankömmlinge einschließen – Rituale, die sich auf die Gegenwart und die Zukunft beziehen, nicht nur auf die Vergangenheit. In den letzten Jahren sind tausende junger Israeli nach Deutschland gezogen. Und viele von ihnen leben – wie ich – in gemischten Beziehungen. Das macht es nur noch mehr offensichtlich: Wir müssen uns mit unserer Geschichte gemeinsam auseinandersetzen. Statt über Schuld zu reden, geht es eher darum, uns bewusst zu sein, was jetzt um uns herum passiert: Wir sollten der Vergangenheit gedenken aber zugleich verstehen, was in der Gegenwart geschieht. So können wir die Kettenreaktion verstehen, die der Zweite Weltkrieg bis heute im Nahen Osten und in Europa verursacht hat – zum Beispiel, dass im heutigen Deutschland eine terroristische Bewegungen wie der NSU existieren kann, die sich selbst in der Tradition des Dritten Reiches begreift. In dieser Hinsicht möchte die Performance den Akt der Erinnerung für andere Kulturen zugänglich machen – und nicht die Bedeutung des Holocaust mindern. Sie will den Tragödien, die heute stattfinden, ebenso Aufmerksamkeit geben und Respekt zollen. Nur so können wir der Vergangenheit eine Bedeutung für die Gegenwart geben.
Besteht nicht die Gefahr, die Verbrechen und Schrecken, die Deutschland während der NS-Herrschaft verursacht hat, zu relativieren, wenn man sie auf diese Weise in Verbindung setzt mit anderen Ereignissen, wie den Morden des NSU?
Es scheint, dass es für einige Menschen in Deutschland als politisch inkorrekt gilt, eine Linie zwischen dem Nationalsozialismus und dem NSU zu ziehen. Genauso wie es unmöglich scheint, Juden, Roma und Homosexuellen als Opfern des Nationalsozialismus gemeinsam zu gedenken. Vielleicht ist das richtig und jeder braucht sein eigenes Gedenken. Und natürlich wird das eine wichtige Diskussion bleiben: Wie gedenkt man ohne zu relativieren? Aber eben auch ohne andere auszuschließen. Schließlich: Es geht nicht um Zahlen. Und der NSU ist eine aktive faschistische Bewegung im heutigen Deutschland. Wir reden also von einer Ideologie, die noch am Leben ist.
Der Fall des NSU weist genau auf den Kern des Problems: Wie konnte er so lange Zeit aktiv sein, ohne als rechtsextreme Terrorzelle identifiziert zu werden? Das wäre im Fall von linkextremen oder islamistischem Terror nicht passiert… Allem Anschein nach hat die – generell ja große – Sensibilität gegenüber der deutschen Geschichte in diesem Fall nicht geholfen – oder hat uns sogar noch blinder gemacht: Wir können rechtsextremen Terror zwar leicht erkennen, wenn er in hergebrachter Form wiederkehrt. Aber wir erkennen ihn nicht, oder wollen ihn nicht erkennen, wenn er auf andere Weise erscheint.
Wir gedenken nur, aber haben nicht gelernt, die Gefahren der Gegenwart zu verstehen.
Gibt es nicht auch eine Gefahr der Instrumentalisierung des Holocaust in dieser Arbeit?
Es gibt heute auch in Israel viele interessante Möglichkeiten für diejenigen, die sich von den offiziellen Zeremonien des Holocaust-Gedenktages nicht mehr inspiriert fühlen. Künstler, Intellektuelle, Journalisten, Musiker nutzen die Bühne, um persönliche Gedanken und Überlegungen zum Holocaust mit anderen zu teilen. Die Performance in Köln ist kein Akt, den Holocaust zu instrumentalisieren, sondern ein Akt, den Fokus auch auf alternative Rituale zu lenken.
Ist das nicht ein Widerspruch: Auf der einen Seite sind die existierenden Rituale leere und oberflächliche Aufgaben geworden, die man zu erfüllen hat. Auf der anderen Seite schlägst du nun ein neues Ritual vor.
Aber es ist kein Ritual. Es hat die Form eines Rituals, aber es ist tatsächlich eine Performance im öffentlichen Raum. Es ist ja kein bestehender deutscher Feiertag. Wenn es das eines Tages würde, dann wäre das natürlich eine ziemliche Errungenschaft – denn es wäre ein Feiertag, der von den Menschen initiiert worden wäre. Aber für jetzt ist es eine Performance, ein Experiment – ein Ruf nach Aufmerksamkeit.
Der Jom haScho’a ist ja eine sehr frühe Erfahrung im Leben – lange bevor man das kontextualisieren oder intellektuell verstehen kann. Zuerst versteht man das also mit seinem Körper, wird es in einen eingeschrieben.
Ja, es ist eine sehr physische und emotionale Erfahrung und für ein Kind auch ein bisschen peinlich. Es ist eine sinnliche Erinnerung des Körpers. Als Kind verstehst du nicht, warum du still stehen und ruhig sein musst, aber es ist eine sehr starke Erfahrung. Und es ist ein eindeutig performativer Moment – der als solcher öffentlich stattfinden muss: Manche Leute gehen auf den Balkon, wenn die Sirenen ertönen. Du könntest in der Wohnung bleiben, aber das zählt nicht. Es muss sichtbar sein.
Für Impulse ist das natürlich ein wichtiger Aspekt. Schließlich ist “Zwei Minuten Stillstand” teil einer Theater Biennale: Es ist ein kollektiver, performativer Moment – und er reicht zurück zu den Wurzeln des Theaters als Ritual. Und es ist ein ernsthafter Moment, dessen Performativität kein Nachahmen ist, kein theatrales “als ob”. Sondern ein Statement. Aber während in Israel die Teilnahme das ist, was von einem erwartet wird, ist es in Köln eine ziemlich persönliche und vermutlich nicht einfache Entscheidung. Es ist ein aktiver Beitrag: Stillstehen ist eine Handlung.
Es ist ein Akt des Unterbrechens, der nicht staatlich verordnet ist. Aber zugleich ist es wichtig, dass er mit dem israelischen Ritual in Verbindung steht. Der Holocaust gehört nicht einer Seite – er ist gemeinsame Geschichte. Wir müssen an ihn gemeinsam gedenken, um tatsächlich mit der Gegenwart und der Zukunft umgehen zu können. Unsere Aufgabe ist es, an künftige Generationen zu denken. Wie können wir das tun? Diese Aktion ist ein Angebot, darüber aktiv nachzudenken.
Wie sind die bisherigen Erfahrung mit der Vorbereitung von “Zwei Minuten Stillstand” in Köln?
Von Anfang an haben wir nach Partnern gesucht. Wir hatten Gespräche mit zahlreichen Organisationen, die sich mit den gleichen Themen rund um Geschichte und Erinnerung beschäftigen. Aber die meisten von ihnen sind sehr zurückhaltend, an dem Projekt teilzunehmen. Es scheint, dass jeder seine Art des Gedenkens und des Umgangs mit der Geschichte behalten möchte. Aber wir sind froh, dass sich mehr und mehr Menschen engagieren.
Und welche Erwartung gibt es an diese zwei Minuten in Köln? Was ist das Ziel?
Das muss schon jeder für sich selbst herausfinden, was es für ihn bedeutet. Jeder muss seine eigene Erfahrung machen. Ich kann den Leuten ja nicht sagen, was sie zu denken oder fühlen haben. Ich schaffe eine Situation. Vielleicht wird es für einige nichts bedeuten und für andere wird es viel bedeuten. Die Verantwortung dafür liegt in der Hand jedes einzelnen.

 

Gespräch: Florian Malzacher

Under the patronage of the Lord Mayor of the city of Cologne, Jürgen Roters. Participating are the University of Cologne, the 1. FC Köln, Elly-Heuss-Knapp Realschule and numerous citizens of Cologne.

 

A city comes to a standstill. People rise and fall silent. Lessons are interrupted in schools and universities, shops momentarily close down, factory assembly lines come to a halt.

 

Inspired by the Israeli memorial day Yom HaShoah, the holiday to commemorate the victims and resistance fighters of the Holocaust, Yael Bartana calls for a symbolic interruption of everyday life in the city of Cologne, Germany. “Two Minutes of Standstill” is a political act, a social sculpture, and a collective performance.

 

“Two Minutes of Standstill” calls upon us to reflect on the present, our effected history and our common future. The artwork considers how the consequences of the Holocaust and its instrumentalisation have affected what it means to be German or live as an immigrant in Germany.

 

There is a tendency to treat the Third Reich and the Holocaust as mere historical events but they should be seen as the start of a chain of long-term global effects that reach into the present day. Consequences range from the founding of the State of Israel (based upon a United Nations decision), to the Palestinian “Nakba” in 1948, the escape and expulsion in Europe and the Middle East, to the NSU murders (whose perpetrators clearly and unmistakably understand their place in the tradition of the NS regime, and whose crimes have the goal of extinguishing all “aliens” from German society).

 

This history has been written, but the future depends on our acting.


Two Minutes of Standstill is not only a commemoration and performance but also a challenge to change the present. It is a proposal for a wide-reaching debate in the city of Cologne and beyond
about how we can actively commemorate the past today.

 

A commisioned work by Impulse Theater Biennale 2013, funded by the Academy of the Arts of the World, Cologne.

 

 

 

 

 

Friday, 28 June
11 am
The whole city of Cologne (central performances on Roncalliplatz and at Keupstraße, Köln-Mülheim)

 

 

Friday, 28 June
6 pm
lecture hall-building of the University of Cologne, lecture hall A2 (Universitätsstraße 35 / 50931 Köln): 

 

Two Minutes of Standstill – the discussion

 

Yael Bartana invites us to collectively stand still and commemorate the past. What is the effect of a collective standstill for practices of commemoration? What actuality do consequences of National Socialism have and which consequences does the Holocaust have up till today? Participating in the discussion are: Astrid Deuber-Mankowski (philosopher and professor for media sciences at RU Bochum), Mark Terkessidis (psychologist and author of several books on racism and migration, journalist), Karola Fings (historian, vice director of the NS-DOK, Cologne) Daniel Hoffmann (professor for literary studies, Univ. Düsseldorf), Yael Bartana (artist), Stefanie Wenner (curator Impulse Theater Biennale 2013). Moderation: Elif Senel (political scientist, journalist and host for Phoenix, Funkhaus Europa and others) 

 

 

 

 

 

 

 

YAEL BARTANA ABOUT “TWO MINUTES OF STANDSTILL”:

“We need to create alternative moments of commemoration”

“Two Minutes of Standstill” aims to interrupt the daily life of the city of Cologne for two minutes. What is the idea behind this collective performance?

I was thinking about what it would mean to lend the ritual of the “Yom HaShoa” – the Israeli memorial day for the victims and heroes of the Holocaust – to Germany. Every year on this day sirens in public spaces sound all over Israel, and the whole country comes to a halt to observe two minutes of silence.I have been exploring state and social rituals for many years in order to understand how they form national identity. The first work I made about this was Trembling Time (2001), a video about the Yom haZikaron, the Israeli Soldiers Memorial Day, which functions in practically the same way as the Holocaust Memorial Day. These rituals are national ceremonies and anchored in state law. In Trembling Time I tried to come to a more distant and at the same time more personal interpretation of this very emotionally charged ritual.What does it mean for an individual – for me as a citizen of the state of Israel – to be raised with such collective rituals? How can one stay an individual and self-responsible within this situation?

So do collective commemorations make sense for you at all? Or is it something that can only be done individually anyhow?

Well, the purpose is to create a narrative of a nation, an identity for the state – that is not unique to Israel. I am not against that but I want to question and to analyze it.

The regulations on how to commemorate are quite defined, there is only a small established path on which one can move. It means that commemoration becomes a pre-formulated routine – instead of being lived and lived up to.
I strongly feel that Germany needs to create alternative moments of commemoration which, for example, also include newcomers – a ritual that refers to the present day and future and not only to the history. Thousands of younger Israelis have moved to Germany in the last years. And many of them – like me – live in mixed relationships. That makes it even more obvious. We have to deal with our history together. So rather than talking about guilt, it is more about being aware of what is happening around us. We ought to commemorate the past but to recognize the present. By this we can recognize the chain of effects caused by the Second World War in the Middle East as well as in Europe up till today – for example that in today’s Germany there can exist a terrorist movement like the NSU that sees itself clearly in the tradition of the Third Reich.In this regard the performance seeks to make the act of commemoration available to other cultures, not to minimize the significance of the Holocaust. It also wants to give thought and respect to the tragedies still taking place today. This is how we can give the past meaning in the present.
Isn’t there a danger of relativizing the crimes and horrors committed by Germany during the NS-regime when you connect them this way with other events such as the murders of the NSU?
It seems that for some people in Germany drawing a line between the NS to the NSU is politically incorrect. Just as it seems to be impossible to commemorate Jews, Roma, homosexuals together as victims of National Socialism. Maybe it’s true, and each group needs its own memorial. And of course this will continue to be an important discussion: How to commemorate without relativizing. But also without exclusion. After all, it is not about numbers. The NSU is an active fascist movement in today’s Germany. So we are talking about an ideology that still is alive.
The case of the NSU points right to the core of the problem: How could they act for so long without being identified as a right-wing terror cell? That would not have happened in the case of left-extremist or Islamist terror… Apparently the generally strong sensitivity towards German history did not help in this case – or even made us more blind. We can recognize right-extremist terror easily if it comes in a conventional form that we know and learned about. But we don’t recognize it or don’t want to recognize it when it appears in a different way.

We only commemorate but did not learn to understand the threats of the present.
But isn’t there also a danger of instrumentalizing the Holocaust with this work?
In Israel today, there are many interesting options available for those uninspired by the official Holocaust Remembrance Day ceremonies. Artists, intellectuals, journalists and musicians take the stage to share personal thoughts and views on the Holocaust. The performance in Cologne is not an act of utilizing the holocaust but rather an act that puts a focus also on alternative rituals.
Isn’t there a contradiction? On one hand the rituals that exist became an empty and shallow duty to fulfill. On the other hand you are proposing another ritual.
But it is not a ritual. It takes the form of a ritual but in fact it is a performance in public space. It is not an existing German holiday. If one day it became a national holiday that would be of course quite an achievement. Because it would be a holiday started by the people. But for now it is a performance, an experiment – a call for attention.
The Yom haShoa is a very early experience in your life – long before you can contextualize or understand it intellectually. First you understand it with your body, it is inscribed into you.
Yes, it is a very physical and emotional experience and for a child also a bit embarrassing. It becomes a sensual memory of the body. As a kid you don’t understand why you have to stand still and keep silent but you definitely experience it very strongly. And it is a clearly performative moment – and as such it has to be public. Many people go on the balconies when the sirens sound. You could do it in your home, but that does not count. It has to be visible.
For Impulse of course that is an important aspect. After all, “Two Minutes of Standstill” is part of a theater biennial. It is a collective, performative moment – and it reaches back to the roots of theatre as ritual. And it is a serious moment. Its performativity is not a mimicry, not a theatrical “as if”. It is a statement. But while in Israel participating is the expected thing to, in Cologne it is quite an individual and probably not easy decision. It is an active contribution: standing still as an action.
It is an act of interruption, which is not ordered by the state. But at the same time it is important that it is linked to the ritual in Israel. The Holocaust does not belong to one side – it is a shared history. We have to commemorate it together to be able to really deal with the present and the future. We have to think of new generations, this is our task. So how can we do that? This action is a proposal to actively think about that.
How has your experience been so far with realizing “Two Minutes of Standstill” in Cologne?
Since the early stage of the project we have been searching for partners. We have had conversations with many organizations working around the same issues of history and memory, but most of them are extremely careful about joining the project. It seems that everybody wants to keep his/her own way to commemorate and to deal with that history. But we are happy that more and more people are getting engaged.
So what do you expect of these two minutes? What do you aim for?
People have to find out themselves what it means for them, they have to have their own experiences. I cannot tell people what to think and feel. I am creating a situation. Maybe to some it means nothing and for others it will mean a lot. The responsibility is in the hands of each individual.

 

Interview: Florian Malzacher